die Termine für die Foto-Reportagen stehen fest!

    Samstag, 19. Januar 2013, 19 Uhr

    oder Sonntag, 10. Februar, 14 Uhr

    in der Aula, Landwirtschaftliches Zentrum, Liebegg 1, 5722 Gränichen

    Anmeldung unter: fabiennebigler@hotmail.com

    es sind alle herzlich eingeladen…

der Trailer zur Fotoshow seht ihr unter folgendem Link:
http://www.flickr.com/photos/rufaontour/sets/72157632008888303/

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wir sind angekommen!

Nach 3 Wochen wieder in der gewohnten Umgebung können wir sagen, dass wir wieder angekommen sind.
Vielen Dank nochmals für alle die zu dem gelungenen Empfang auf der Liebegg beigetragen haben.
Mit schon wieder ein bisschen Fernweh habe ich die Zeit genutzt und mich durch hunderte von Fotos durchgeachert. Das Ergebniss könnt ihr auf der aktuallisierten Homepage anschauen http://www.rufa-on-tour.ch oder direkt über: http://www.flickr.com/photos/rufaontour/sets/

Zwei öffentliche Diavorträge sind im Januar 2013 geplant. Sobald Zeit und Ort bekannt sind, werde ich es hier mitteilen.

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Nach 6 Monaten, 6000km und 12 Ländern kommen wir wieder nach Hause.
Wir werden voraussichtlich am Freitag, 28. September um 15 Uhr auf der Liebegg in Gränichen eintreffen.
Wir freuen uns mit euch unsere Heimkehr zu feiern (bis open end).

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Europa hat uns wieder

Wir sind gut in Frankfurt gelandet. Morgen gehts ab per Velo Richtung Schwarzwald. Ein bisschen Jetlag und Kulturschock ist ganz normal. Oder ist jemandem schon mal der Duft eines kühlen, feuchten Waldes an der Autobahn positiv aufgefallen?

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kirgisische Berge und Straende

Im B & B in Kochkor lebten wir wie in einem kleinen Paradies. Unsere Hausmutter Gulmira (eine Deutschlehrerin) verwöhnte unsere verkümmerten Geschmacksinne jeden Tag aufs Neue mit selbstgemachten kirgisischen Spezialitäten. Es hatte nicht nur eine heisse Dusche sondern gleich noch eine russische Saune und wir bewohnten nicht nur ein extrem sauberes Zimmer sondern gleich das ganze Haus.

am Ükök Köl

Nach ein paar Tagen Erholung buchten wir ein zweitägiges Pferdetrekking mit Führer zum Ükök Bergsee. Nach fünf stündigem Ritt auf schmalen Pfaden, durch Bäche, steile Hänge hoch und über Geröllhalden fanden wir uns in einer einmaligen Bergwelt in einem kleinen Jurtencamp direkt am See wieder. Dort gibt es keine Autos, keinen Strom und natürlich kein fliessend Wasser. Die kirgisischen Familien die von Mai bis September mit ihren Tieren hier leben, sind beinahe Selbstversorger. Sie trinken Kumis (gegorene Stutenmilch, übrigens nicht so schlecht wie ihr Ruf) und essen Milchbrei, Fisch aus dem See oder das Fleisch ihrer Tiere. Mehl und Hefe für das täglich frische Brot sowie alles Gemüse wird per Pferd aus dem Dorf hochgebracht.
Wir beobachteten das authentische Leben der Menschen hier und machten uns so nützlich wie möglich. Ruedi lernte das Kumis rühren und ich half beim Kochen. Ein selbstgebastelter Ofen aus einem alten Ölfass der mit getrocknetem Kuhmist eingeheizt wird, reichte zum Kochen, Backen und Heizen. Sobald die Sonne unterging wurde es auf 3000m.ü.M empfindlich kalt und wir verkrochen uns in die warmen Schlafsäcke.

Am nächsten Tag mussten wir uns schon wieder verabschieden und ritten den Weg wieder zurück nach Kochkor. Nach so vielen Stunden im Sattel kamen wir ganz schön fertig bei Hausmutter Gulmira an und liessen es uns nochmals so richtig gut gehen. Als wir tags darauf aus dem Internetkaffee stolperten, entdeckten wir auf der Hauptstrasse ein paar Velofahrer. Das rote Trikot kam uns irgendwie bekannt vor und siehe da Janine, Esther, Christoph und zwei andere Schweizer waren gerade auf Einkaufstour. Die Velowelt Zentralasiens ist klein! Leider hatte es nun Dominik erwischt der mit Magenproblemen im Gästehaus zurückblieb, nachdem in Bischkek Janine und Christoph krank waren. Die ganze Truppe war nun in die entgegengesetzte Richtung unterwegs, denn endlich hat es mit dem chinesischen Visum geklappt.

an der Südroute des Issik Kul
Nach einer Woche Pause machten wir unsere Drahtesel auch wieder parat und steuerten das Südufer des Issik Kul an. Dies ist ein grosser leicht salziger See im Nordosten des Landes. Nach den ersten 90km durch die trockene Steppe fanden wir eine tolle Gelegenheit zum Übernachten in einer Jurten Werkstatt. Im 7000$ teuren Ausstellungsmodell durften wir unsere Schlafsäcke ausbreiten. Tags darauf erblickten wir rechts neben uns das Tien Shan Gebirge, das mit seinen bis zu 7000m hohen Gipfeln die chinesische Grenze bildet. Auf der linken Seite folgte ein traumhafter Sandstrand dem nächsten. Wir konnten uns nicht mehr zurückhalten und quartierten uns schnell in ein altes Sovietbungalow ein und hopsten in den See.

Der Issik Kul liegt auf 1600m.ü.M und friert nie zu, weil es an seinem Grund heisse Quellen geben soll. An den traumhaften Stränden fühlt man sich wie am Meer. Deshalb verbrachten wir auch den nächsten Tag nach einer kurzen Veloetappe am See und logierten in einer alten Soviet-Feriensportanlage. Leider ist vieles ziemlich marode in diesem Land. Viele Gebäude stammen noch aus der Zeit der UDSSR und werden kaum unterhalten. Überall sieht man rostige Tore, Eisenträger und zusammengestürzte Häuser. Touristisch ist vor allem das Südufer kaum erschlossen. Wir haben nicht ein einziges Schiff gesehen.
Unsere Schlussetappe in Zentalasien führte uns nach Karakol am östlichen Ende des Sees. Nach drei Monaten fast ausnahmslosen Sonnenschein und Hitze zeigte sich der Wettergott mal von einer ganz anderen Seite. Bei 15°C und Nieselregen fühlten wir uns doch schon fast wie zurück in Europa.

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die Welt der Jurten und Pferde

Wir genossen fünf Tage in Osch in einem in einem alten Soviet-Appartement, welches uns der Guesthouse-Besitzer für 16 Franken am Tag vermittelte. Am Basar deckten wir uns mit frischen Früchten und feinem Gemüse ein und schlemmten wie schon lange nicht mehr.

Osch ist die zweitgrösste Stadt Kirgistans und erstaunlich modern. Es gibt ein paar moderne Einkaufsläden und Restaurants die nicht nur Schaschlik und Fleischsuppe anzubieten haben. Die Bevölkerung ist eine Mischung aus Kirgisen (gut zu erkennen an den weissen Filzhüten), Usbeken (die auch hier nicht beliebt sind) und Russen (die sehr beliebt sind). Osch ist bekannt als konservativster Teil Kirgistans und als Drogenumschlagplatz von Zentralasien. Wir haben von all dem nichts gemerkt. Nur die getönten BWS, Audis und Mercedes die in Massen auf den Strassen Oschs fahren, sind auffällig.
Wir organisierten mal wieder ein Taxi um die 400km Piste bis vor den Bergsee Song Köl etwas abzukürzen. Eigentlich hätten wir es ja wissen müssen, dass die Taxifahrer in Zentralasien selten wissen wo sie hinfahren müssen und sich auf die Fahrgäste verlassen, die ihnen den Weg weisen. Aber dieser Taxifahrer war der Höhepunkt. Er konnte weder Karte lesen, noch kannte er die Strassen seines eigenen Landes. Je länger wir fuhren und umso holpriger die Strassen wurden, desto schlechter wurde seine Laune. 13 Stunden und 400km später um 22 Uhr auf einer dunklen Piste in der Pampas wollte er uns rausschmeissen und verlangte statt die abgemachten 300 Dollar für alles, 500 Dollar pro Person. Als er die Nerven verlor und handgreiflich wurde, einigten wir uns auf 500 Dollar für beide. Kaum hatten wir unsere Velos wieder bepackt, hielt ich das nächste Auto an, um zu fragen wie weit wir von unserem Ziel noch entfernt sind. Der Zufall wollte es, dass die Frau in 4km Entfernung ein Homestay hatte und uns zu sich nach Hause einlud. Auf dem Weg dorthin stoppte noch ein weiteres Auto und auch diese Familie lud uns zu sich nach Hause ein. Das bestätigt uns, dass die miesen Kirgisen doch die Ausnahme sind. Im Homestayurden wir mit Chai und Keksen empfangen und versanken schon bald darauf im Tiefschlaf. Am nächsten Tag zeigte sich der kleine Ort Jany Talap als hübsches Dorf gleich vor dem Aufstieg zu unserem Ziel dem Song Köl. Wir kurierten unsern Ärger des Vortages beim Baden in einem kleinen See und beim tollen Essen der Gastgeberin. Dann wagten wir uns an die 60km bis zum See. Auf Wellblechpisten gespickt mit grossem rundem Kies wurden wir und unser Material noch so richtig auf die Probe gestellt. Nach einer Nacht an einem schönen Bergbach meisterten wir die 33 Serpentinen auf den Moldo Ashuu Pass auf 3400müM.

Ein kalter heftiger Wind bliess uns um die Ohren, aber zum Glück von hinten. Wir rollten die letzten Kilometer entlang von Jurten und Pferde- und Schafherden in einer gelb-grünen Graslandschaft umgeben von Schneebergen und Hügeln. So stellte ich mir eigentlich die Mongolei vor!

Wir quartierten uns in einem der vielen Jurtencamps, der im Sommer hier oben lebenden Hirten, ein und ich badete schon bald darauf im leuchtend blauen See auf 3000müM.
Das Leben der Menschen hier ist noch sehr ursprünglich. Man sieht kleine Jungs auf grossen Pferden die die Verantwortung für dutzende Schafe und Kühe haben. Mädchen die Pferde und Kühe von Hand melken und Männer die Schafe gleich neben der Jurte schlachten. Das Essen war dementsprechend einseitig. Es gab Fleischsuppe und Teigtaschen gefüllt mit Fleisch. Das Wetter auf dieser Höhe war extrem wechselhaft. Es blies immer ein starker Wind, so dass die WC-Baracke einem fast um die Ohren flog und der Regen und die Sonne wechselten sich jede Stunde ab. Wir mieten zwei lahme Gäule und trotteten während zwei Stunden durch die weite Prärie.

Zwei Tage später packten wir unsere Fahrräder wieder und fuhren entlang des Südufers über den nächsten Pass. Zum ersten Mal sahen wir Yak Herden. Es soll sogar Wölfe geben, die im Winter bis runter in die Dörfer ziehen und Kälber und Fohlen reissen. Die haben wir aber zum Glück nie gesehen.
Nach einer Nacht an einem schönen Flüsschen gelangten wir nach Kochkor. Ein touristisches Dorf 200km süd-östlich von Bischkek.
Hier entschieden wir uns den Abstecher in die Mongolei wegzulassen und drei Wochen früher nach Hause zu kommen. Zum einen sind wir reisemüde und zum anderen ist meine Mongoleisehnsucht zum Teil bereits schon von der tollen kirgisischen Bergwelt gestillt. Das Reiseunternehmen, welches uns die Mongoleireise organisiert hat, warnte uns vor dem Wintereinbruch bereits im September und die ganze Organisation mit den Fahrrädern über Peking in die Mongolei und zurück zu fliegen ist ein grosser Aufwand. Zudem vermissen wir natürlich die grüne Schweiz, das feine Essen, unsere lieben Leute, unsere Tiere (Sir Nicky und Benji) und unser schönes zu Hause.
Wir haben also die Flüge umgebucht und werden direkt von Bischkek aus über Istanbul nach Frankfurt reisen und am 17. September landen. Danach planen wir mit den Velos nach Hause zu fahren mit einem Abstecher in eine Schwarzwälder Wellnessoase um unsere müden Glieder zu kurieren. Das heisst wir werden Ende September in Gränichen eintrudeln. Das genaue Datum werden wir noch bekannt geben.

PS: Sorry, die Fotos kann ich im Internetkaffee leider nicht hinzufuegen, dann bleibt aber die Spannung auf den Diavortrag!

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Von Dushanbe nach Kirgistan

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Nach vier Tagen im Hostel Adventurer‘s Inn in Dushanbe, hatten wir neue Motivation gefasst zum Weiterfahren. Aber zuerst musste der 1. August gebührend gefeiert werden. Mit elf anderen gestrandeten Schweizer (zehn davon Velofahrer) und einer US-Amerikanerin verbrachten wir einen gemütlichen Abend und assen selber gekochte Spaghetti Bolognese. Eigentlich waren wir froh, das total überfüllte Hostel mit seinen dementsprechend aussehenden sanitären Anlagen verlassen zu können. Doch die gemeinsam erlebten Ereignisse schweisste eine gute Truppe zusammen, die wir nun hinter uns liessen. Vor allem das kleine Büssi welches bei allen auch in den ratlosesten Momenten für gute Laune sorgte, wollte ich nicht gerne zurück lassen.
Wir entschieden uns für die Route über Jirgatol direkt nach Kirgistan. Dieser Grenzübergang war seit Jahren für Ausländer gesperrt und wurde gerade vor ein paar Tagen neu geöffnet (wahrscheinlich weil die Grenze bei Murgab geschlossen wurde). Dies ersparte uns die Fahrt über zwei hohe Pässe nach Khojand und ermöglichte uns zumindest die Pamirberge von der Nordseite her zu bestaunen.
Also ging es seit langem wieder zu zweit los. Doch bereits nach 20km führte ein Missverständnis dazu, dass wir uns in ein Seitental verirrten. Als wir es bemerkten, waren wir schon so überwältigt von dem kühlen schönen Fluss, der tollen Bergwelt und der doch merklich kühleren Luft, dass wir entschieden unser Lager gleich aufzuschlagen und erst am nächsten Tag zurück zu fahren.
So wollte es der Zufall, dass wir am nächsten Tag auf einer Anhöhe auf Janine und Dominik trafen, die einen Tag nach uns gestartet sind. Wir liessen die beiden aber schnell ziehen, hatten wir doch viel mehr Zeit zur Verfügung, weil wir uns nicht um das chinesische Visum bemühen mussten. Nach einer ersehnten kühlen Nacht auf einem kleinen Pass erwarteten uns die schlechten Pisten um Obigarm. Entlang eines atemberaubenden Panoramas und des Surkhob Flusses schüttelte es uns gewaltig durch und liess uns erahnen was uns im Pamir erwartet hätte. In Chorsada campierten wir auf einem Feld in einem wunderschönen Tal, welches in wenigen Monaten infolge eines Stauseeprojektes total überflutet wird. Kein Wunder werden hier die Strassen nicht mehr unterhalten.

Plötzlich änderte sich das Strassenbild und wir rollten auf perfekten, von chinesischen Arbeitern erstellten Strassen nach Jirgatol. In einem alten Soviethotel (an dem seit 1991 bestimmt nichts mehr renoviert worden ist), wollten wir einen Ruhetag einschalten. Die Zimmer waren ganz ok, eine Dusche gab es aber nicht. Eine Leitung im Hinterhof die Tag und Nacht vor sich hin plätscherte musste reichen. Kein Problem für uns: einfach warten bis es dunkel wird, PET-Flaschen mit gefühlten 5°C kalten Wasser füllen und hinter dem Haus eine eigene Dusche kreieren. Die Läden in Jirgatol hatten erstaunlich Vieles zu bieten und wir waren die Tage darauf noch froh darum, so viel an Proviant eingekauft zu haben. Gut erholt machten wir uns auf den Weg an die kirgisische Grenze. In diesem Tal fühlten wir uns wie im Zoo. Bevor die Grenze geöffnet wurde, verirrten sich wohl kaum Touristen in diese Gegend und umso erstaunter waren die Leute, wenn man mit den vollbepackten Velos an ihnen vorbei fuhr und ihnen zuwinkte. Kurz vor dem Grenzübergang fanden wir ein schönes Plätzchen zum Zelten auf dem Land eines netten Bauern. Keine Minute liess uns die Dorfjungend aus den Augen und überwachte neugierig alle unsere Handgriffe aus sicherer Entfernung. Zum Glück war immer noch Ramadan und man wusste sobald die Sonne unter geht, verschwinden alle hungrig nach Hause zum Essen.
Am nächsten Morgen starteten wir zum tadschikischen Zoll. Nachdem der Grenzbeamte einen Beutel voll mit Knoblauch und Zwiebeln durchsucht hatte, liessen sie uns schnell gehen. 13km Passstrasse auf Schotterpiste bis zur kirgisischen Grenze waren ein happiges Frühstück. Auf 2300müM begrüsste uns der Zollbeamte mit einem freundlichen „Hello“. Nach 45min warten, entliess er uns in unser 11. Land Kirgistan. Nach 30km tauchte das erste Dorf auf und wir suchten ein Magazin (so nennen sie die kleinen Läden, grosse gibt es gar nicht). Ein halbes Kilo Äpfel und eine Flasche mit Cola ähnlichem Inhalt waren das einzig Geniessbare für unsere Mägen und wir stellten uns wieder auf Nudelsuppe zum Abendessen ein. Kann es noch spartanischer werden? Wir stellten uns schon vor, halb verhungert in Osch anzukommen, da tauchte ein Dorf auf mit diversen Läden voller Velofahrernahrung: Snickers, echtes Cola, Jogurt, Wasser ohne Kohlensäure, Tomaten, Pasta… Wow, der Tag war gerettet. Nach einem ergiebigen Mittagshalt blies uns ein starker Rückenwind noch weitere 50km in ein kleines Dorf. Die halbe Dorfbevölkerung warf einen Blick auf unser Zelt und die ganze Kinderschar schwirrte um uns bis Sonnenuntergang. Eigentlich campieren wir meistens etwas ausserhalb der Dörfer um uns von den neugierigen Blicken zu schützen, aber der Dorfbrunnen ist oft zu verlockend für unsere stinkenden Körper.

Am nächsten Morgen begrüsste uns ein unglaubliches Panorama von bis zu siebentausend Meter hohen Gipfeln- die Sicht auf den Pamir von der Nordseite. Endlich wieder Mütze anziehen und an die Hände frieren. Haben wir uns das doch in den letzten zwei Monaten immer wieder sehnsüchtig gewünscht. Doch schon um acht Uhr herrschten auf 2700müM wieder 20°C! Jetzt war es nur noch ein kurzes Stück nach Sary Tash.


Sary Tash ist ein Knotenpunkt von drei wichtigen Strassen auf 3200müM. Von Süden her kommt man von Murgab aus dem Pamir, nach Osten sind es 85km nach China und nach Norden führt der Weg nach Osch. Wir entschieden wieder einen Tag zu bleiben und uns im Hotel Aida einzuquartieren. Fliessend Wasser war auch hier Fehlanzeige, also ab zum Dorf Bach zum Haare und Kleider waschen. Mir gefiel das Dorf sehr gut, denn ich fühlte mich schon wie in der Mongolei. Überall sah man traditionelle Jurten und kleine schäbige Häuser aus Lehm mit Wellblechdächern, getrockneter Kuhdung schön angehäuft zum Heizen, spielende Kinder, grasende Pferde und Kühe und alte Kirgisen die mit ihren weissen Filzhüten gelangweilt durch die Strassen schlenderten. In den spärlich ausgestatteten Läden füllten die verschiedenen Sorten Wodka oft die Hälfte der Regale aus und am Strassenrand fand man dann die leeren zerschlagenen Flaschen wieder.
Nach einem Tag Akklimatisation wagten wir uns über die zwei Pässe von 3600 Metern Richtung Osch. Man kam deutlich schneller ausser atmen und fühlte sich schneller müde als noch auf 2500 Metern, aber es war halb so schlimm wie angenommen. Wir fuhren an ärmlichen Jurten Siedlungen vorbei, durch Kuh- und Pferdeherden, lieferten uns ein Rennen mit kirgisischen Kindern auf ihren Fahrrädern und genossen die kühle Bergluft. In nur zwei Tagen waren alle Höhenmeter vernichtet und wir erreichten Osch auf 900müM bei 36°C. Wir freuten uns auf fliessend heisses und kaltes Wasser, frisch gewaschene Kleidung, Tisch und Stühle (alles auf dem Boden kniend zu machen, kann schon vor 30 ganz schön anstrengend sein), einen Kühlschrank, Läden mit Sortiment und ein weiches Bett.

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